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Kommentare : Der Hund in der Gesellschaft
Geschrieben von Anonym am 09.10.2008 01:00 (1713 x gelesen) Artikel vom Autor

Der Hund in der Gesellschaft

Vorweggenommen sei: Dies sollte ein versöhnlicher Artikel werden. Ganz ehrlich. Doch bei der, wie immer äußerst unvoreingenommenen und fachlich einwandfreien Recherche stellte sich sehr schnell heraus, das dieses Anliegen kaum einzuhalten ist:

Der Hund hat einfach keinen Platz in der Gesellschaft.

Nichts desto trotz treffen wir ihn Allerortens ungewollt an, meist in Gegenwart des noch weitaus größeren Problems: Seinem Halter.

Dieser Artikel widmet sich also dem Hund in unserer Zivilisation im Speziellen und seinem Halter im Besonderen.



Hundehaltung war evolutionshistorisch nicht immer ein Massenhobby neurotischer und psychotischer Kranker, sondern in den frühen Zeiten der Menschheit tatsächlich einmal eine Notwendigkeit. Degenerierte Wölfe, nicht mehr in der Lage sich selbst zu ernähren und ohne jede Chance im Rudel, begaben sich als Bittsteller in die Nähe von angesiedelten Menschen, um dort ihr Futter zu erbetteln. Recht bald bemerkten sie, das der Mensch, so lange er selbst für seine Existenz kämpfen muss, sehr sparsam mit Almosen umging, weshalb der damals noch anpassungsfähige Hund als Gegenleistung Hüte- und Bewachungsleistungen erbrachte. Es bildete sich eine für beide Seiten nutzbringende Symbiose.

Die existenziellen Nöte gingen, der Hund blieb. Der Bedarf an canider Unterstützung versiegte, der Hund blieb weiterhin. In der heutigen Zeit ist die Zahl der als Nutz- oder Gebrauchshund verwendeten Tiere auf ein Minimum zurückgegangen. Die erschütternde Mehrheit der Tiere wird unter artfremden Bedingungen von egozentrischen Menschen zu deren Belustigung gehalten.

Jene, die sich nicht aktiv an dieser wohl perfidesten Form der Tierquälerei beteiligen möchten und gar dagegen das Wort erheben, werden paradoxerweise als Tierhasser und –quäler verleumdet, man droht Ihnen mit dem Gesetz, mit Gewalt und sogar mit Mord.

Der Hund als Haustier soll immer einen menschlichen Mangel kompensieren. Bei den einen fungiert er als leidlich geeigneter Partnerersatz, weil der Charakter in sich derart beziehungsgestört und asozial auftritt, das menschliche Partner nicht in Frage kommen, bei dem anderen soll er die verfetteten Plagen hinter der Playstation hervorlocken, weil die eigenen Erziehungskompetenzen gegen null tendieren, den anderen dient er als Statussymbol, weil sie es faulheits- oder dummheitsbedingt nie zu etwas gebracht haben, über ein verkümmertes Genital verfügen oder ein gesundes Selbstwertgefühl zu Recht nicht aus der eigenen Persönlichkeit gewonnen werden kann.

Hundehaltung wird niemals für den Hund betrieben, auch wenn fast alle Hundehalter sich gern einen Märtyrer- und Tierretterheiligenschein auf die Fettlocken setzten, wiederum allein aus egoistischen Motiven, denn Großtätertum tut einfach gut, auch wenn es ersponnen und erlogen ist.



Kein Hund wird je dafür dankbar sein, von der spanischen Straße einkartoniert in ein Einfamilienfertighaus transportiert worden zu sein, wo er einem jämmerlichen, unhündischen Dasein fristet, bis er seinem Unmut Kraft seines Gebisses Ausdruck verleiht und dafür den Rest seiner Tage in einem engen Freizwinger fristen muss. Kein Deutscher Schäferhund wird je glücklich in einer 2 ZKB Wohnung in der Großstadt werden, in der seine Lethargie nur drei mal am Tage von einem fünfminütigen, beleinten Rundgang um den Block mit Boxenstopp an der Trinkhalle unterbrochen wird.

Sie sagen es nicht, sie geben es niemals zu, unsere „großherzigen Tierfreunde“, doch handeln sie alle ausschließlich dem eigenen Wohle zu Liebe. Weder die Interessen des derart gequälten Tieres, noch die der umgebenden Mitmenschen spielen für den klassischen Hundehalter auch nur die geringste Rolle. Er quält sein Tier zu seiner Befriedigung und nimmt dabei lächelnd in Kauf, das unbeteiligte Dritte realer, physischer Gefahr ausgesetzt werden, denn jeder nicht artgerecht gehaltene Hund ist eine tickende Zeitbombe. Er nimmt es gerne in Kauf, das seine normalfühlenden Mitmenschen jeden einzelnen Tag über die stinkenden und krankheitserregenden Hinterlassenschaften seines Opfers hinwegsteigen müssen, sich dabei oftmals beschmutzen und zutiefst ekeln. Sie nehmen es in unfassbarer Selbstzufriedenheit in Kauf, dass die kleinen Nachbarskinder aufgrund der neurotisch dauerkläffenden Qualzucht nächtelang wach liegen und zu erschöpft sind, in der Schule noch folgen zu können. Er selbst muss ja nicht aufstehen, er selbst geht ja meist keiner geregelten Arbeit nach, er selbst ist meist am Abend sowieso derart betrunken, dass ihn kein Hundegebell der Welt noch von der Ohnmacht abzuhalten vermag…

Eine letzte, nicht zu unterschätzende Rolle besitzen Hunde in unserer Gesellschaft jedoch noch immer: Sie zeigen uns deutlich, bei welchen es sich um selbstverliebte, asoziale, soziopathische, arbeitsfaule, schmarotzende und gewalttätige Mitmenschen handelt. Denn es sind immer jene, an deren Leine sie stranguliert werden.

Ein wahrer Tierfreund hält sich keine.



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