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Hunde => Diskussion über Hunde => Thema gestartet von: Flammenherz99 am 07. Oktober 2008, 18:14:55



Titel: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Flammenherz99 am 07. Oktober 2008, 18:14:55
Der Giftköderli-Rechner ist, das muß ich unumwunden zugeben, schon eine tolle Sache. Mich interessiert allerdings, ob die angezeigte benötigte Giftmenge auch durch Tests hinreichend empirisch belegt werden kann, sprich: wirkt die entsprechende Dosis zu 100 % letal oder sollte man vorsichtshalber noch eine Sicherheitsreserve hinzukalkulieren? Es wäre schön, wenn das Gegenhund-Testteam zu diesem Zweck die betreffenden Excel-Tabellen online stellen würde.

Und wie sieht es mit der Verabreichung aus? So dreckig, stinkend und lebensunwert Kotsäcke auch sein mögen, verfügen sie dennoch über ein fulminantes Riechvermögen. Wie groß bzw. wahrscheinlich ist die Gefahr, daß der zu eliminierende Kotsack den Giftstoff wittert und infolgedessen den Köder verweigert?

Außerdem wäre die Nennung von Bezugsquellen sehr wünschenswert, ich habe z.B. keinen blassen Schimmer, wo ich E 605 herbekomme bzw. wie ich es selbst herstellen kann. Das letzte Mal, als ich es in einem Kreuzberger Hinterhof einem schmierigen Ausländer abgekauft hatte, entpuppte es sich im Nachhinein als ordinäre, mit Knoblauchöl versetzte Cola!


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Fleischoholic am 07. Oktober 2008, 18:36:33
Schadbestien fressen alles, egal wie es riecht. Hauptsache ist, daß es in Scheiße umgewandelt werden kann. Genau wie Kotsackhalter alles lecken, egal wie es riecht. Von Vorteil ist aber, wenn die Kotrosette nicht wirklich sauber ist.


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Flammenherz99 am 07. Oktober 2008, 18:42:48
Danke für das aufschlußreiche Statement, Fleischoholic, aber ich bitte dennoch die involvierten Gegenhundler weiterhin um fundierte Antworten!


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: plasma am 07. Oktober 2008, 18:52:01
[...] ich habe z.B. keinen blassen Schimmer, wo ich E 605 herbekomme [...]

Hier, unter einer Tarnrubrik
(http://img530.imageshack.us/img530/8381/e605co0.jpg)


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: River am 07. Oktober 2008, 18:56:27
Meine Güte, hast du als Kind nie was vergiftet?

Zitat
wirkt die entsprechende Dosis zu 100 % letal oder sollte man vorsichtshalber noch eine Sicherheitsreserve hinzukalkulieren?
Bei der Dosis ist schon eine Sicherheitsreserve dazukalkuliert worden. Wenn wir schreiben, dass es tötet, dann tötet es auch.
Keinesfalls sollte man die Dosis noch erhöhen, da mit jedem Gramm mehr die Wahrscheinlichkeit steigt, dass das Tier sich erbricht. Das Verhätnis zwischen Gift und Trägersubstanz muss eben stimmen, da verlassen wir uns aber auf den gesunden Menschenverstand des Vergifters.

Zitat
Und wie sieht es mit der Verabreichung aus? So dreckig, stinkend und lebensunwert Kotsäcke auch sein mögen, verfügen sie dennoch über ein fulminantes Riechvermögen. Wie groß bzw. wahrscheinlich ist die Gefahr, daß der zu eliminierende Kotsack den Giftstoff wittert und infolgedessen den Köder verweigert?
In ein stinkendes Stück FLeisch gepackt frisst der gemeine Kotsack alles.

Zitat
Außerdem wäre die Nennung von Bezugsquellen sehr wünschenswert, ich habe z.B. keinen blassen Schimmer, wo ich E 605 herbekomme bzw. wie ich es selbst herstellen kann.
Ich denke, ein Nichthundehalter verfügt über genug funktionierende Gehirnzellen, um sich selbst mit bestimmten Substanzen zu versorgen, aber ich helf dir mal auf die Sprünge: Praktisch jeder Schrebergartenbesitzer jenseits der 50 hat noch Reserven in seiner Laubhütte - gegen ne Pulle Schnaps gibt es das Zeug gerne her.


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Munisai am 07. Oktober 2008, 19:07:56
Lieber Pfannenschmalz66, die jeweilige Dosis wurde in den zahlreichen Gegenhundlaboren ausgiebig getestet und entspricht jeweils der Höchtmenge pro Kg Hund um diesen zuverlässig über die Regenbogenbrücke zu schicken. Eine weiter Verschwendung der kostbaren Gifte ist somit nicht notwendig.
Wie Fleischoholic schon schrieb, Köter fressen alles, solange man sie nur mit einem: "Komm her, fein Fresschen, na hol dir dein Fresschen" anlockt.
Die Bezugsquellen für E605 sind in den letzten Jahren etwas zurückgegangen, das stimmt. Die Gegenhundlagerstätten sind zwar noch voll von dem Zeug, für Neubeschaffungen würde ich mich vertrauensvoll an die französische Euro Agrar Weißenburg wenden, eine Tochtergesellschaft der Raiffeisen-Warenzentrale in Köln. Sie galt in den letzten Jahren als zuverlässiger Lieferant für E605.
Wo du Schokolade oder Zwiebeln herbekommst, wirst du vielleicht selbst rausfinden.


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: BigNick am 07. Oktober 2008, 19:08:57
River weiß, wie der Hase läuft. Und tatsächlich: Hauptbezugsquelle für E-605 sind Rentner. Manche rücken es auch ohne Schnaps raus, wenn man zugibt, dass man damit nervende, gefährliche Scheißbestien auf direktem Wege in die Hölle befördern möchte.


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Spam Bot am 08. Oktober 2008, 10:14:14
Ich habe das jetzt nicht im Großversuch überprüft, aber die angegebenen Dosen scheinen zu stimmen, sagt mir aufgrund jahrelanger Erfahrung mein Bauchgefühl. Nur bei Nikotin beschleichen mich arge Zweifel: 0,04 Gramm Nikotin sollen für einen 40 kg-Beisser ausreichen, wo man für den selben Köter gleich 4,92 Gramm E605 benötigt? Kann ich mir nicht vorstellen! Seid ihr sicher, dass das kein Rechenfehler ist?

(Falls ihr vom Köder-Ausschuss auf euren Ergebnissen beharrt, werde ich hierzu gerne eigene Messreihen anstellen.)



Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Larvenzertreter am 08. Oktober 2008, 10:23:44
Ich habe soeben einen mittelgroßen Molosser mit Nikotin vergiftet.

Protokoll:

8.00 Uhr.

Schadobjekt wird von einem haltertäterischen Rentner weggelockt.

8.03 Uhr.

Dem Objekt (35,3 kg) wird mittels Pipette eine 0,05 Gramm Nikotinlösung verabreicht.

8.07 Uhr.

Das Versuchsobjekt beginnt zu taumeln. Die Zunge hängt dem Probanden aus dem Maul.
Der Schädling beginnt zu erbrechen.


8.15 Uhr.

Objekt liegt auf dem Boden und hechelt. Die Hinterläufe beginnen zu zucken. Nicht synchrone konvulsische Zuckungen
der Vorderläufe kommen dazu.

8.21 Uhr.

Der Herzschlag setzt aus.

8.24 Uhr.

Kotsack ist tot.

Man sieht, dass unser Köderlirechner einwandfrei funktioniert.


Titel: Re: Fragen zum Giftköderli-Rechner
Beitrag von: Munisai am 08. Oktober 2008, 10:42:48
Nikotin ist eins der schnellstwirkenden und tödlichsten Gifte. 1mg/kg ist da absolut ausreichend.